Galeria Spandau Warenhaus in der Altstadt (ehemals Karstadt)
Geschichte und Hintergrund
Die Geschichte der Galeria Karstadt Kaufhof Filiale in der Carl-Schurz-Straße ist eng mit der Entwicklung des Einzelhandels in Berlin-Spandau verbunden. Bereits in den 1960er Jahren öffnete das traditionsreiche Kaufhaus unter dem Namen Hertie seine Türen und wurde schnell zu einem festen Bestandteil der Altstadt Spandau. Im Laufe der Jahrzehnte durchlief das Unternehmen mehrere Veränderungen – von Hertie über Karstadt bis hin zur heutigen Galeria Karstadt Kaufhof. Die Filiale entwickelte sich zu einem wichtigen Standort für die Menschen in Spandau und das Umland und prägte das Bild der Altstadt maßgeblich.
Wie viele andere Warenhäuser in Deutschland stand auch Galeria Karstadt Kaufhof in Berlin-Spandau in den letzten Jahren vor großen Herausforderungen. Wirtschaftliche Veränderungen, ein verändertes Einkaufsverhalten und die Konkurrenz durch den Online-Handel führten zu finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen musste ein Insolvenzverfahren durchlaufen, und die Schließung der Filiale in der Altstadt Spandau schien unausweichlich. Für viele Menschen in Spandau und die Beschäftigten war dies eine beunruhigende Nachricht, denn das Kaufhaus ist nicht nur ein Ort zum Einkaufen, sondern auch ein sozialer Treffpunkt und wichtiger Arbeitgeber im Bezirk.
Dank des entschlossenen Einsatzes von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und des Insolvenzverwalters Stefan Denkhaus konnte die drohende Schließung jedoch abgewendet werden. In intensiven Gesprächen mit dem Unternehmen, der Stadt und weiteren Beteiligten wurde eine Lösung gefunden, die den Weiterbetrieb der Filiale in der Carl-Schurz-Straße sichert. Diese Rettung ist ein starkes Signal für die Altstadt Spandau und zeigt, wie wichtig es ist, gemeinsam neue Ideen und Wege zu entwickeln, um den Standort zu stärken.
Heute präsentiert sich die Galeria Karstadt Kaufhof Filiale in Berlin-Spandau als modernes Kaufhaus, das mit einem vielfältigen Sortiment und neuen Konzepten auf die Bedürfnisse der Kunden und Kundinnen eingeht. Die Wiederbelebung der Gastronomieflächen und die Erweiterung des Angebots machen das Warenhaus zu einem lebendigen Ort in der Altstadt. Die Rettung der Filiale ist nicht nur ein Erfolg für das Unternehmen, sondern auch für die Menschen in Spandau, die weiterhin von einem attraktiven Einkaufs- und Erlebnisort profitieren können. Damit bleibt die Galeria in der Altstadt Spandau ein bedeutender Anker für die Wirtschaft und das gesellschaftliche Leben im Bezirk.
Anker für Handel und Innenstadt
Rund um das Warenhaus gruppieren sich nach einer im Wirtschaftshof-Spiegel dokumentierten Erhebung etwa 130 Einzelhandelsunternehmen und rund 50 gastronomische Betriebe. Das Warenhaus und die umliegenden Ladengeschäfte bilden einen engen Verflechtungsraum: Viele Altstadtbesucherinnen und -besucher kommen sowohl wegen der GALERIA als auch wegen des Angebots in der Fußgängerzone.
Eine von Auszubildenden des damaligen Karstadt-Konzerns durchgeführte Kundenbefragung hat gezeigt, wie stark diese Verbindung ist: Ein sehr hoher Anteil der Altstadtbesucherinnen und -besucher nutzt beim Bummel auch das Warenhaus und ist mit dessen Angebot überwiegend zufrieden.
Kundenbefragung: Was sich die Altstadtkundschaft wünscht
In dem Projekt der Karstadt-Auszubildenden wurden 540 Kundinnen und Kunden befragt. Im Mittelpunkt standen Fragen wie:
- Welchen Einfluss haben Angebot und Öffnungszeiten der Altstadt-Geschäfte auf die Kundschaft des Warenhauses?
- Wie kann die Spandauer Fußgängerzone insgesamt attraktiver gestaltet werden?
Die Ergebnisse zeigen unter anderem:
- Ein Großteil der Befragten kauft regelmäßig in der Altstadt ein.
- Die überwältigende Mehrheit der Altstadtbesucherinnen und -besucher nutzt auch das Warenhaus.
- Die Altstadt wird in ihrer Attraktivität deutlich kritischer bewertet als das Warenhaus selbst.
- Häufig genannte Kritikpunkte sind Ladenleerstand, Billigsortimente und mangelnde Sauberkeit.
- Viele Befragte wünschen sich ein besseres Warenangebot, mehr Gastronomie und Unterhaltungsangebote.
- Besonders häufig wurde der Wunsch nach mehr Events und abwechslungsreichen Unterhaltungsangeboten im Warenhaus geäußert, wie beispielsweise Kochkurse, Modenschauen oder Weinverkostungen.
- Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für einheitliche Ladenöffnungszeiten – möglichst bis 20 Uhr – aus.
Die Auswertung macht deutlich, dass die Entwicklung der Altstadt-Geschäfte und die Situation des Warenhauses unmittelbar miteinander verknüpft sind: Ein starker Standort GALERIA Spandau setzt ein attraktives Umfeld in der Fußgängerzone voraus – und umgekehrt.
Strategische Rolle im Netzwerk des Wirtschaftshofes
In strategischen Überlegungen des Wirtschaftshofes wird das Warenhaus am Standort Spandau ausdrücklich als wichtiger Baustein des Einzelhandels betrachtet. In Interviews wird betont, dass Brücken zwischen großen Unternehmen und kleineren Betrieben geschlagen werden sollen – etwa über Veranstaltungen und Formate, die Sichtbarkeit, Frequenz und Umsatz in der Altstadt erhöhen und dazu beitragen, das Warenhaus am Standort zu halten.
Vorgesehen ist unter anderem, das Haus als strategischen Ort für Versammlungen, Veranstaltungen und Kooperationen zu nutzen. Dabei wird auch diskutiert, die Flächen für verschiedene Mieter wie Einzelhändler oder Dienstleister sowie für Events bereitzustellen, um die Attraktivität des Standorts zu steigern und Leerstand zu vermeiden. Dadurch kann GALERIA Spandau sowohl als klassisches Warenhaus als auch als Plattform für Begegnung, Präsentationen und Aktionen fungieren, von denen der gesamte Standort Altstadt profitiert.
Bedeutung für Spandau
In öffentlichen Stellungnahmen wird das Warenhaus in der Altstadt als wichtiger Anker für den Einzelhandel und das städtische Leben beschrieben. Sein Erhalt ist von großer Bedeutung für die Attraktivität des Zentrums, die Versorgung der Bevölkerung sowie für Arbeitsplätze im Bezirk. Besonders hervorzuheben ist die Rolle der Mitarbeiter: Mit rund 75 Beschäftigten trägt das Team maßgeblich zur Funktionsfähigkeit und zum sozialen Gefüge des Standorts bei.
Vor diesem Hintergrund versteht der Wirtschaftshof das Warenhaus GALERIA Spandau als einen der zentralen Partner im Bereich Einzelhandel: als Frequenzbringer, als sichtbares Zeichen eines starken Berliner Standortes und als Unternehmen, das fest in der Spandauer Stadtgesellschaft verankert ist. Für viele Mitarbeiter und Kunden ist das Kaufhaus ein ‚zweites Zuhause‘ und ein wichtiger Treffpunkt für die Spandauer Gemeinschaft.
