An einem Sonnabend haben Bürgerinnen und Bürger, Geflüchtete und Unterstützer des Wirtschaftshofs gemeinsam die Altstadt Spandau unter die Lupe genommen – und sauberer hinterlassen, als sie sie vorgefunden haben. Über rund drei Stunden wurden Straßen, Plätze und Wege von Abfall und Zigarettenkippen befreit.
Gemeinsam anpacken – mit Unterstützung der BSR
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) stellte alle nötigen Materialien bereit: Kippengreifer, Besen und Mülltüten. Damit war die Grundlage geschaffen, um effizient und sichtbar zu agieren. Das Ergebnis: größere Mengen Müll eingesammelt und ein deutliches Zeichen für bürgerschaftliches Engagement gesetzt.
Integration gelebt: Flüchtlingshaus Freiheit 111
Besonders hervorzuheben ist die aktive Beteiligung von Bewohnerinnen und Bewohnern des Flüchtlingshauses an der Freiheit 111 – mit einem Schwerpunkt auf ukrainischen Geflüchteten. Gemeinsam mit Akteuren aus dem Wirtschaftshof Spandau entstand eine Gemeinschaftsaktion, die unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zusammenbrachte und das lokale Miteinander stärkte.
Mehr als Sauberkeit: Bewusstsein im Alltag
Das Ziel der Aktion geht über die unmittelbare Reinigung hinaus. Die Beteiligten betonen: Kippen und Papier aufheben sollte keine Ausnahme sein, sondern zur Alltagskultur gehören – für alle Bürgerinnen und Bürger. Der Frühjahrsputz versteht sich als Impuls, eine Haltung des Hinsehens und Anpackens zu fördern.
Ordnungspolitik: Regeln brauchen Kontrolle
In der Diskussion rund um die Aktion kam das Thema Bußgelder zur Sprache. In Deutschland gilt für das Wegwerfen von Zigarettenkippen ein Bußgeld von 30 Euro – doch Regeln entfalten ihre Wirkung nur, wenn ihre Durchsetzung gesichert ist. Als Vergleich wurde Singapur herangezogen, wo Verstöße gegen Sauberkeitsregeln mit empfindlich hohen Strafen geahndet werden. Die Diskussion zeigt: Schon eine Anhebung auf 100 Euro könnte die abschreckende Wirkung deutlich erhöhen. Die Hoffnung richtet sich auf politische Entscheidungen, die Sauberkeit konsequenter fördern.
Vernetzung mit dem Frühlingsfest
Die Initiative ist eng verknüpft mit dem Frühlingsfest: Die Helfenden beider Aktionen überschneiden sich weitgehend. So entsteht eine nachhaltige, lokal verankerte Struktur für wiederkehrende Formate – vom Frühjahrsputz bis zum Frühlingsfest – die organisatorische Kontinuität sichert und neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter anzieht.
Fortführung geplant
Der Frühjahrsputz ist als wiederkehrende Aktion angelegt. Wer beim nächsten Mal dabei sein möchte, kann sich beim Wirtschaftshof Spandau melden.
